Gemeinsam mehr erreichen: ILE Abteiland zieht Bilanz der interkommunalen Zusammenarbeit
Wie wertvoll die Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg sein kann, zeigte ein Workshop der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) Abteiland im neuen Rathaus in Jandelsbrunn. Die Bürgermeister und Geschäftsleiter der zehn Mitgliedskommunen Breitenberg, Hauzenberg, Jandelsbrunn, Neureichenau, Obernzell, Sonnen, Thyrnau, Untergriesbach, Waldkirchen und Wegscheid nutzten das Treffen, um gemeinsam auf die vergangenen zwei Jahre zurückzublicken und zugleich neue Perspektiven für die regionale Zusammenarbeit zu entwickeln.
Bürgermeister Roland Freund aus Jandelsbrunn und die ILE-Vorsitzende, Hauzenbergs Bürgermeisterin Gudrun Donaubauer, begrüßten die Teilnehmer. Gemeinsam mit Moderator Sven Päplow, ILE-Umsetzungsbegleiterin Edith Stadlmeyer sowie den externen Fachbetreuern Matthias Obermeier (Energie) und Florian Riesinger (Innenentwicklung) wurde zunächst der Ablauf der Evaluierung der ILE-Arbeit vorgestellt.
Im Mittelpunkt des Workshops stand anschließend eine gemeinsame Rückschau: In fünf Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmer die Entwicklung der vergangenen Jahre in den Handlungsfeldern Verwaltungszusammenarbeit, Digitalisierung, Innenentwicklung, Energie und Tourismus. Positive Erfahrungen wurden auf grünen Karten festgehalten, Verbesserungsmöglichkeiten auf orangenen.
Besonders deutlich wurde dabei der Mehrwert der interkommunalen Zusammenarbeit. Im Handlungsfeld Verwaltungszusammenarbeit wurden vor allem gemeinsame Schulungen für Mitarbeiter der Verwaltungen als großer Gewinn bewertet. Diese sollen künftig noch stärker ausgebaut werden. Auch eine intensivere Kooperation der kommunalen Bauhöfe ist angedacht. Als wichtiger Impulsgeber für die Zusammenarbeit erwies sich zudem das Projekt „Smarte ILE“, das neue digitale Möglichkeiten für die Kommunen eröffnet.
Im Bereich Digitalisierung und digitale Kompetenz wurde die Kooperation im Rahmen der „Smarten ILE“ ebenfalls positiv hervorgehoben. Dagegen wurde die ursprünglich angedachte Anschaffung gemeinsamer digitaler Infotafeln derzeit zurückgestellt – angesichts der angespannten Haushaltslagen der Kommunen sehen die Verantwortlichen hier momentan keinen dringenden Bedarf.
Im Handlungsfeld Innenentwicklung konnte unter anderem die Erstellung einer Förderfibel erfolgreich umgesetzt werden. Sie soll Bürgerinnen und Bürger sowie Kommunen bei Bau- und Sanierungsvorhaben unterstützen. Auch gemeinsame Exkursionen wurden positiv bewertet: Dabei konnten sich die Vertreter der Kommunen vor Ort Anregungen und konkrete Ideen für die Entwicklung der eigenen Ortskerne holen. Künftig soll zudem der Erfahrungsaustausch zwischen den Bauamtsleitungen der ILE-Gemeinden intensiviert werden.
Ein besonders aktuelles Thema ist die Energieversorgung. Positiv bewertet wurde die derzeit laufende gemeinsame kommunale Wärmeplanung in acht der zehn Mitgliedskommunen. Auch Informationsveranstaltungen, etwa ein Workshop zu Photovoltaikanlagen, stießen auf großes Interesse in der Bevölkerung. Als Herausforderung nannten die Teilnehmer allerdings die teilweise fehlenden Informationen zum geplanten Netzausbau seitens der Netzbetreiber.
Auch im Tourismus trägt die interkommunale Zusammenarbeit Früchte. Gelobt wurden insbesondere die enge Abstimmung der Touristinformationen sowie die neu erschienene gemeinsame Wanderbroschüre und das abgestimmte Radwegenetz. Durch den gemeinsamen Auftritt kann sich die Region als Ganzes präsentieren und so ihre Angebote deutlich sichtbarer vermarkten. Nicht umgesetzt werden konnte dagegen bislang die geplante Veranstaltungsreihe „Genussherbst“, da die Anmeldungen von Gastronomie und Direktvermarktern zu gering waren.
Das Fazit des Workshops fiel dennoch eindeutig aus: Die interkommunale Zusammenarbeit innerhalb der ILE Abteiland eröffnet den Gemeinden neue Möglichkeiten, Themen gemeinsam voranzubringen, die eine einzelne Kommune allein nur schwer bewältigen könnte. Durch eine gezielte Aufgabenteilung müssen nicht alle zehn Kommunen jedes Projekt eigenständig entwickeln – stattdessen profitieren sie voneinander und bündeln ihre Ressourcen.
Von dieser Zusammenarbeit profitieren letztlich nicht nur die Verwaltungen, sondern vor allem auch die Bürgerinnen und Bürger der Region. Ob durch Energieinformationen, gemeinsame touristische Angebote oder koordinierte Entwicklungsstrategien – die Projekte der ILE Abteiland zeigen, wie Kooperation die Region insgesamt stärken kann.
Foto: (c) Josef Schinagl, PNP
Bildunterschrift: Bilanz und Blick nach vorne: Beim Workshop in Jandelsbrunn bewerteten die Vertreter der ILE-Abteiland-Kommunen mit Vorsitzender Gudrun Donaubauer (achte von links) und Moderator Sven Päplow (zweiter von rechts) ihre Projekte – positive Punkte auf grünen, Verbesserungsmöglichkeiten auf orangenen Karten.
