Weichenstellung für die Wärmewende im Abteiland: Kommunale Wärmeplanung zeigt konkrete Maßnahmen auf


Im Rahmen der jüngsten Beteiligtenversammlung der ILE Abteiland stand das Handlungsfeld Energie im Mittelpunkt der Beratungen. Ein zentraler Programmpunkt war die Vorstellung der Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung für die acht Mitgliedskommunen Breitenberg, Hauzenberg, Jandelsbrunn, Neureichenau, Obernzell, Sonnen, Thyrnau und Waldkirchen. Die Präsentation erfolgte durch Sebastian Weisz vom beauftragten Fachbüro Nigl & Mader. Für die Kommunen Untergriesbach und Wegscheid liegt die Planung bereits abgeschlossen vor.

Ziel der kommunalen Wärmeplanung ist es, konkrete Wege hin zu einer klimaneutralen, bezahlbaren und sicheren Wärmeversorgung für Haushalte, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen aufzuzeigen. Grundlage dafür bildete eine umfassende Bestandsanalyse von rund 43.400 Gebäuden – einschließlich Nebengebäuden wie Garagen – sowie der vorhandenen Wärmeinfrastruktur. Darauf aufbauend wurden Potenziale für den verstärkten Einsatz klimafreundlicher Wärmequellen ermittelt.

Die Analyse der eingesetzten Energieträger zeigt derzeit eine deutliche Dominanz fossiler Heizsysteme: 40,7 Prozent der Gebäude werden mit Öl beheizt, 20,2 Prozent mit Erdgas. Biomasse kommt auf einen Anteil von 23,5 Prozent, gefolgt von Heizstrom (5,6 Prozent), Wärmepumpen (4,9 Prozent), Flüssiggas (3,0 Prozent) und Fernwärme (2,1 Prozent). Mit durchschnittlich 7,11 Tonnen CO₂ pro Einwohner und Jahr zeigt sich, dass private Haushalte mit 53,3 Prozent den größten Anteil an den Emissionen tragen. Die verbleibenden 46,7 Prozent sind vor allem auf Gewerbe und Industrie zurückzuführen.

In einer umfassenden Potenzialanalyse wurden verschiedene Versorgungsoptionen hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit und Relevanz bewertet. Daraus leiten sich konkrete Maßnahmen ab, mit denen die Treibhausgasemissionen schrittweise reduziert werden können. Als zentrale Stellschraube wurde insbesondere die energetische Sanierung und Effizienzsteigerung von Gebäuden identifiziert.

In einem nächsten Schritt werden die detaillierten Ergebnisse für jede einzelne Kommune den jeweiligen Gemeinde-, Markt- und Stadträten vorgestellt und im Anschluss veröffentlicht. Eine erste zusammenfassende Übersicht für alle acht Kommunen ist bereits jetzt online unter www.abteiland.de/downloads abrufbar. Dort steht auch ein Förderwegweiser zur Verfügung, der die wichtigsten Zuschüsse und Finanzierungsmöglichkeiten im Überblick zusammenfasst und Bürgerinnen und Bürgern eine erste Orientierung bietet.

Die kommunale Wärmeplanung erfolgt auf Grundlage des Wärmeplanungsgesetzes, das alle Städte und Gemeinden in Deutschland zur systematischen Analyse ihrer Wärmeversorgung verpflichtet. Das Projekt wird mit 90 Prozent durch den Bund gefördert und federführend von der Kommune Jandelsbrunn koordiniert.

Im weiteren Verlauf der Sitzung stellte Matthias Obermeier, zuständig für das Handlungsfeld Energie, die Möglichkeiten eines kommunalen Energiemanagementsystems vor. Dieses unterstützt Kommunen dabei, Energieverbräuche in eigenen Liegenschaften systematisch zu erfassen, zu überwachen und gezielt zu optimieren.

Darüber hinaus berichtete Obermeier über den aktuellen Stand des Kleinprojekts „KlimaKids Abteiland“. Insgesamt elf Schulen und Kindergärten beteiligen sich an dem Programm, bei dem erfahrene Waldpädagogen und Umweltingenieure altersgerecht Wissen zu Klima- und Umweltthemen vermitteln.

Zum Abschluss der Versammlung bedankte sich der stellvertretende ILE Vorsitzende und Bürgermeister von Jandelsbrunn, Roland Freund, bei Ludwig Prügl, der im Zuge der Kommunalwahl aus dem Amt des Bürgermeisters ausscheidet, für die stets vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit und überreichte ihm als Zeichen der Anerkennung einen Präsentkorb.

Foto: (c) ILE Abteiland

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